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Lars Brandt: Andenken

brandt

Die Sprache ist mordern, reduziert, und dieses Zusammentreffen der historischen Figur mit dem coolen Blick des Sohnes ergibt einen verblüffenden Effekt, dem man sich nicht entziehen kann. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Auch ich konnte mich diesem Effekt nicht entziehen. Bei fast sommerlichen Temperaturen habe ich das Buch von Lars Brandt über seinen Vater Willy, den er nur als V. bezeichnet, heute auf meinem Balkon (auf meinem “Deckchair”) in einem Zug durchgelesen.

Geradezu anrührend ist eine Szene in der Brandt nach dem Tod seines Vaters sein Zusammentreffen mit ihm beschreibt, :

Trommelnd schlugen die Reifen auf die Pflastersteine, und ohne Vorwarnung saß auf einmal V. neben mir im Auto.

Eben tröpfelten aus dem Radio siruphafte Reste eines Musikstücks, das sich dann, als schon nicht mehr damit zu rechnen war, doch erschöpft hatte, und das war plötzlich seine Stimme bei mir, so nah, fast wie in meinem Innern. (…)

Ich suchte in seiner unerwartet schneidenden, durch Erde und Äther gefilterten, heller gewordenen Stimme, wie sie mit mir durch die Gegend kutschierte, nach etwas mir wirklich Unbekanntem, Neuem. Wie nah sie war, und wie weit weg.

Schön.

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