Der Zeitblog widmet sich heute dem Thema: Warum wir so gerne in undemokratische Länder reisen:
Das weckt einen bösen Verdacht. Arrangieren sich Tourismus und Diktatur bloß miteinander, oder sind sie stille Komplizen? Denn so zynisch es klingt, der autoritäre Staat hat dem Urlauber vieles zu bieten.
Erstens: Er hält die Preise niedrig. Freiwillig, indem er seine Bevölkerung ausbeutet. Oft auch unfreiwillig dadurch, dass er auf den Devisenmärkten nicht mithalten kann. Schwache Währung heißt nun mal: hohe Kaufkraft für den Besucher.
Zweitens können autoritäre Staaten Urlaubern ein Gefühl der Sicherheit geben, weil die Polizei üblicherweise sehr stark ist und vermeintlich »asoziale Elemente« hart angefasst werden, auch wenn sie noch gar nichts getan haben. Wenn etwa Ägypten trotz der Anschläge auf Ferienanlagen als sicheres Reiseland gilt, dann gewiss auch wegen der Notstandsgesetze, die seit einem Vierteljahrhundert in Kraft sind.

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