…sind bisher Worte, die in einem eindeutig nationalsozialistischen Zusammenhang auftauchen. Sie beschreiben das Unbeschreibbare und haben einen eindeutigen Subtext.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp benutzt im Bremer-Anzeiger in einem Gastkommentar den Begriff “Machtergreifung“. “Dort wollen die Sozialdemokraten entgegen aller vorherigen Versprechungen die Stimmen der Linkspartei zur Machtergreifung nutzen.”
Ein einfacher Blick bei WIKIPEDIA hätte der CDU weiterhelfen können:
» Mit Machtergreifung (…) wird seit der Zeit des Nationalsozialismus insbesondere im deutschen Sprachgebrauch die Übertragung der Regierungsgewalt in Deutschland auf die Nationalsozialisten unter der Führung Adolf Hitlers und die anschließende Umwandlung der Demokratie in eine Diktatur im Jahr 1933 bezeichnet.
Es hätte auch bei google ein Blick auf verwandte Suchvorgänge gereicht.

Versucht hier der CDU-Fraktionsvorsitzende Röwekamp - wenigstens unterschwellig - durch den Begriff “Machtergreifung” die SPD in eine Reihe mit den Nationalsozialisten zu stellen? Es wäre absolutes politisches Neuland in Bremen.

4 Kommentare
Was ist denn besser: Machtuebernahme oder Regierungsuebernahme? Also im englischen wuerde man von “take-over of the government” sprechen.
Take over = Machtergreifung.
Traurig, das so etwas aus dem Munde eines Juristen quillt. Da hätte man etwas mehr geschichtliches Bewußtsein erwartet. Vielleicht hat Herr Röwekamp ja nicht die Ausstellung “Justiz im 3. Reich” in den 90er Jahren besucht. Dann wäre man dann etwas sensibler mit solchen hohlen Sprüchen. Naja, da blinken bei den Schwarzen die historischen Wurzeln ab und zu immer noch mal durch. Die CDU hatte ja auch einen politischen Vorläufer zwischen 1919 - 1933, der dann der Meinung war, man würde mit dem böhmischen Gefreiten schon fertig werden und die Nazis in eine Ecken drängen …” bis die quicken….”.Leider hatte man sich da gewaltig verzockt. Und die Geschichte ist unerbittlich, egal wie man nach 1945 versuchte, die Geschichtsbücher zu frisieren oder alles zu verdrängen. Tja, und dann kommt eben es immer mal wieder durch. Vielleicht sollte man mal die politische Vergangenheit bis `45 der Gründungsväter der CDU bei der nächsten Sitzung mal beleuchten. Mal schauen, wer da alles so begeistert war von der Machtergreifung……..
Regierungsübernahme. In Demokratien übernimmt man die Regierung. Wer den Begriff “Machtergreifung” benutzt will damit aber offensichtlich etwas anderes ausdrücken.
Nazi-Vergleiche und die danach anlaufende Skandalisierungsmaschine langweilen mich inzwischen nur noch. Ganz frisch in BW: “SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel warf Ministerpräsident Günther Oettinger vor, sich in seinem Sprachgebrauch nahe an dem der Nationalsozialisten zu bewegen. Darauf verließ die CDU-Fraktion geschlossen den Plenarsaal. Oettinger hatte erklärt, Schmiedel mache «die Linke hoffähig» und trage den Virus versuchsweise auch nach Baden-Württemberg.”
*gähn*
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