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Erhaltenswert: Das Kalksandsteinwerk auf dem Kistner-Gelände

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Tonnendachhalle des Kalksandsteinwerks

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Weitere Bilder aus dem Kalksandsteinwerk gibts in der Galerie.

Die NORDSEE-ZEITUNG schrieb am 18. Februar 2000 über das Ende des Werkes:

Das Haus Hafenstraße 44-48 war 1908 ein Referenzobjekt. Gebaut von der Firma Kistner, warb es für die Kalksandsteinqualität aus eigener Produktion. Nun sind die Tage des 1904 eröffneten Kalksandsteinwerks an der Geeste gezählt. Es sorgt gerade noch für drei Prozent Umsatz in der Unternehmensgruppe- unrentabel.

Zum 31. März wird der letzte Industriebetrieb an der Geesteschleife geschlossen. Arbeiteten dort über Jahrzehnte bis zu 60 Beschäftigte- zeitweilig sogar im Drei-Schicht-Betrieb- sind es jetzt noch sechs. Nach wie vor ist Kalkstein ist ein gefragter Baustoff, “was sich geändert hat, sind die Formate“, sagt Heinrich F. Kistner, der das Unternehmen mit seinem Bruder Wolfdietrich führt.
Als Carl Kistner 1908 Vorsitzender des Reichsverbandes der noch jungen deutschen Kalksandsteinindustrie war, wurden Steine hergestellt, die ein Bauarbeiter bewegen konnte. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg, als ihr Vater die zerbombte Fabrik wieder aufbaute, stand die Handarbeit noch im Mittelpunkt. “70 bis 80 Prozent der Gebäude in der Stadt wurden nach dem Krieg mit Kalksandstein aus unserem Werk gebaut“, schätzt Wolfdietrich Kistner.
Mischen, pressen, härten“- am Herstellungsprinzip hat sich in knapp 100 Jahren kaum etwas geändert, an den Formaten schon. In den vergangenen zehn Jahren seien immer größere Planelemente verlangt worden, so die Firmenchefs: “Die lassen sich an diesem Standort schon aus Platz nicht fertigen.

Zwei Millionen investiert
Rund zwei Millionen Mark investierten die Unternehmer in den 90er Jahren in die Herstellung der damals gebräuchlichen Formate. Neue Pressformen für die Blöcke mussten angeschafft werden.
Der erforderliche Dampf, der mit einem Druck von 16 atü in das Kalksandgemisch gepresst wird, wurde mit Gas und nicht mehr mit Kohle erzeugt. Der weithin sichtbare Schornstein des Fabrikgebäudes hatte damit seine Bedeutung verloren.
Mittlerweile, sagt Heinrich F. Kistner, haben die nachgefragten Planelemente Größen erreicht, die erneut erhebliche Investitionen erforderlich machen würden. Die vorhandene Kapazität von 30 Millionen Steinen im Jahr werde schon lange nicht mehr auch nur annähernd ausgeschöpft. Lediglich fünf Millionen wurden im vergangenen Jahr noch gefertigt.
Den am Markt erforderlichen Bedarf könnten die Mitbewerber locker allein decken. So will Kistner künftig deren Produkte im Baustoffhandel anbieten. Das weitläufige Fabrikgelände soll anders genutzt werden. Für die sechs Mitarbeiter seien einvernehmliche Vertragslösungen gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bau erzielt worden.
Schon lange verwaist ist der Schiffsanleger. Der benötigte Sand kommt seit Jahren per LKW. Von dem Anleger aus wurden in der Nachkriegszeit per Kümo auch zig Tonnen Kalksandstein nach Helgoland verschifft, erinnern sich die Brüder: “Doch das ist längst Geschichte.

2 Kommentare

  1. Olli schrieb:

    was passiert denn jetzt damit. wäre ja schön, wenn man mal nicht abreißen würde sondern ähnlich wie die theo aufmöbelt und ein bisschen alten charme erhält..?!

    Samstag, 1. März 2008 um 11:05 | Permalink
  2. Martin schrieb:

    Finde ich auch. Aber es gibt nicht wenige, die das Werk lieber abreißen würden. Das sind die gleichen, die die Theo auch am liebsten abgerissen hätten. Nicht kreativ sein, sondern Parkplätze und Schuhkartonarchitektur. :-(

    Samstag, 1. März 2008 um 14:58 | Permalink

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