
Ein Jahr lang hat Yasmina Reza Nicolas Sarkozy im Wahlkampf begleitet und ihre Beobachtungen aufgeschrieben. “Daraus ist ein sehr persönliches Buch über den Typus des Politikers entstanden, des Mannes, der alles im Leben auf eine Karte setzt. Der scharfe Blick einer Frau, der meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerin, auf einen ebenso prominenten wie umstrittenen Akteur auf der politischen Bühne entzückte Leser und Kritiker.” (schreibt der Verlag).
Und im Buch liest sich das dann so:
“-Chirac hat mich angerufen und gesagt, er ist zuversichtlich. (Entsetzte Grimasse.) Ich hab gesagt, ich glaube Ihnen nicht. Aber ja, wirst schon sehen. Vor sechs Monaten rufen Sie mich an und sagen mir, Sie machen sich Sorgen. Das habe ich Ihnen nicht geglaubt, und jetzt glaube ich Ihnen genauso wenig. (In wechselndem Tonfall.) Ich bin zuversichtlich… Ich bin zuversichtlich… Ich bin zuversichtlich, sagt der zu mir!”
“Überall, wo wir hinkommen, sind die Leute hinter Absperrgittern geparkt. Irgendwann findet man das normal. Die Gesichter ekstatisch. Sie recken die Arme, wenn er kommt, sie machen Fotos.
Eines Tages spielt er das nach:
- Sag schön Guten Tag! Nein, nein… Das Kind kreischt, es dreht sich weg… Er mag Sie! Nein!! Doch, doch, sag schön Guten Tag, er ist unser zukünftiger Präsident… Ich bring´s auf mehr Küsschen und Fotos als Mickey in Disneyland.”
“Nicolas: Wenn ich gewinne, würde ich gerne den Front National, den Lion´s Club und die Rotarier verbieten lassen.”
Lesenswert und phasenweise zum Todlachen.

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