
…habe ich heute in der Sitzung des Hafenausschusses gefragt. Hier die Antwort des Senators für Wirtschaft und Häfen:
“Der stetig wachsende Umschlag in den deutschen Seehäfen hat zu außerordentlich positiven Beschäftigungsentwicklungen geführt.
Einen wesentlichen Anteil an diesem Anstieg hatte das Wachstumsplus der bremischen Häfen von 58,2 Mio. t in 2006 auf 69,1 Mio. t in 2007.
Der Erhalt und Ausbau hafenunmittelbarer Tätigkeiten kann als ein wesentlicher Bestandteil zur Beschäftigungsentwicklung in ganz Deutschland angesehen werden.
Nach der Seeverkehrsprognose im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums wird das Aufkommen der deutschen Seehäfen bis 2025 um das Eineinhalbfache auf 759 Mio. t zunehmen. Dabei wird sich der Containerverkehr von 10,8 Mio. TEU auf 45,3 Mio. TEU mehr als vervierfachen.
Angesichts der Wachstumspotentiale die vor allem auch die bremischen Häfen bieten, ist es das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, diese Wachstums- und Beschäftigungschancen zu nutzen.
Die Hafengesellschaft bremenports GmbH & Co KG (bp) gehört zu den wichtigsten Ausbildungsbetrieben in der Wesermündung. Die Gesellschaft beschäftigt selbst zwar keine Auszubildenden, übernimmt aber die Ausbildung für den Konzern Bremen. Mit Stichtag zum 31.12.2007 bildete die bp 27 Menschen aus. 22 davon in technisch/ gewerblichen und 5 in kaufmännisch/ verwaltenden Berufen. Damit erfüllt die bp eine wichtige Aufgabe u. a. für die mit vielen Problemen belastete Arbeitsmarktregion Bremerhaven/ Wesermünde.
Nach der Koalitionsvereinbarung von SPD und Bündnis `90/ Die Grünen, müssen Eigen- und Beteiligungsgesellschaften der Freien Hansestadt Bremen eine Ausbildungsquote von mindestens 7,5% erreichen. Mit einer Ausbildungsquote von 7,4% erreicht die bp in 2007 das vorgegebene Ziel annährend. Die bp konzentriert ihre Aktivitäten im Ausbildungsbereich hauptsächlich auf Bremerhaven, womit sie einen wichtigen Beitrag für die Qualifikation von Berufsanfängern gerade in dieser von Lehrstellenmangel geprägten Region, leistet.
Auch die BLG Logistics Group AG & Co. KG (BLG) macht sich für eine gute Berufsausbildung u. a. junger Menschen stark. Schon vor dem Ausbildungspakt von Wirtschaft und Politik hat die BLG die Zahl ihrer Ausbildungsstellen seit 2001 kontinuierlich gesteigert. Mit Stichtag zum 31.12.2007 bildete die BLG konzernweit 329 Menschen aus. 209 davon in kaufmännischen und 120 in technisch/ gewerblichen Berufen.
So legt die BLG u. a. ein Programm auf, an dem Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr an einem einwöchigen unternehmensübergreifenden Seminar zum Thema „Entwicklung und Erweiterung der individuellen und sozialen Kompetenz“ mit dem Schwerpunkt Kommunikations- und Teamfähigkeit teilnehmen. Dabei geht es vor allem auch um den Aufbau eines konzernweiten Netzwerkes zwischen den Auszubildenden der BLG und ihrer jeweiligen Tochtergesellschaften.
Um alle angebotenen Ausbildungsplätze qualifiziert besetzen zu können, arbeitet die BLG u. a. eng mit einer allgemeinbildenden Schule in Bremerhaven zusammen. Durch diese Schulpatenschaften wird im Dialog mit den Ausbildern und Auszubildenden das Unternehmen BLG präsentiert. Ziel der BLG ist dabei, den Schülerinnen und Schülern attraktive und vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten in der Logistik zu vermitteln.
Auch auf regelmäßigen Veranstaltungen wie Berufsinformationsmessen oder dem Girls Day, stellt die BLG jungen Menschen die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten der BLG vor.
Im Rahmen einer „Qualifizierungsoffensive für Langzeitarbeitslose“ haben sich in 2007 die Hafen- und Logistikbetriebe der deutschen Seehäfen zusammengeschlossen, um bis 2012 rd. 2.800 Menschen ohne Job eine neue Beschäftigungsperspektive zu bieten. Diese Offensive richtet sich größtenteils an Langzeitarbeitslose im Alter von bis zu 27 Jahren. Aber auch ältere Arbeitssuchende zwischen 40 und 50 Jahren haben die Möglichkeit, in eine Qualifizierung zu starten. Die Bundesregierung stellt für das Projekt insgesamt 80 Mio. € zur Verfügung. Zur Umsetzung der Maßnahmen wurde ein „Maritimes Competenz-Centrum Hafenlogistik (ma-co)“ unter Einbindung der Bremer Hafenfachschule, des FZH- Fortbildungszentrums Hafen Hamburg und der HHLA Kaifachschule gegründet. Dadurch werden einheitliche Qualifizierungsstandards in der gesamten Küstenregion gewährleistet. Ein modularisiertes Bildungsangebot bietet verschiedene Qualifizierungswege, z. B. zur Fachkraft im Umschlag oder den Kompetenzpass Hafen. Die Qualifizierungsoffensive richtet sich zu 75% an Langzeitarbeitslose, davon sind 75% bis 27 Jahre alt. Die Mindestvoraussetzung für eine Teilnahme an dem Programm ist ein Hauptschulabschluss.
Die BLG – Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT beteiligen sich an der Qualifizierungsoffensive mit ca. 250 Einstellungen. EUROGATE beteiligt sich mit rd. 1.000 Einstellungen und ist für dieses Projekt federführend.
Für die Einstellungen bei der BLG werden zudem die Erkenntnisse aus dem PortWork-Projekt (Projekt: „Chancen mit Erfahrungen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie; „Altersgerechte Arbeitssysteme“) berücksichtigt. Die Einstellungen werden in erheblichen Teilen über eine verlängerte Kompetenzpassausbildung vollzogen.
Seit August und Dezember 2007 laufen bei der BLG AUTOMOBILE zwei Kompetenzpassausbildungen. Die Kompetenzpassausbildung ist systematisch in fünf Stufen aufgebaut. Sie umfasst zunächst die „Profilierung durch Leistungstests, die Aufnahme und Beendigung der Ausbildung, die Übernahme in ein Arbeitsverhältnis sowie anschließende Weiterbildungen. Die Ausbildungen dauern jeweils ein halbes Jahr. Nach drei Monaten Praxis in der Gesellschaft werden drei Monate Theorie über PortWork unterrichtet. Während dieser Zeit werden die Teilnehmer über die Bundesagentur für Arbeit finanziert. Im Anschluss an ein erfolgreich absolviertes Programm werden die Teilnehmer dann in ein befristetes Arbeitsverhältnis bei der BLG übernommen.
Zwischen 2005, dem Beginn der Kompetenzpassausbildung und 2007 wurden Lehrgänge mit insgesamt 135 Teilnehmern durchgeführt.
Für das Führungskräftenachwuchsprogramm der BLG, wird dem Nachwuchs eine interdisziplinäre Kombination aus bundesweiten Projekten und Auslandseinsätzen, verbunden mit einem entsprechend umfangreichen Seminarangebot zu Soft-Skills und Managementtechniken geboten.
Insgesamt darf festgestellt werden, dass die Personalarbeit u. a. der bremischen Hafengesellschaften ein hohes Engagement in den Bereichen Demografie- (aktives Management des demographischen Faktors) sowie Talentmanagement (Reaktion auf zukünftige Knappheit von qualifizierten Arbeitskräften) zeigt. Themen wie Personalentwicklung und Weiterbildung, Führungskräftenachwuchsprogramm, Wissenstandems im Rahmen von Altersgerechten Arbeitsystemen etc., werden dabei als strategische Herausforderung auch in Zukunft die Personalarbeit dieser Gesellschaften dominieren müssen.”

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