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Quality Shipping…

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(Foto: BLG LOGISTICS) …war heute das Thema einer weiteren Anfrage von mir im Hafenausschuss. Die Antwort des Senators für Wirtschaft und Häfen sieht wie folgt aus:

“Das Thema „Quality Shipping“ basiert auf einem Ansatz von 2002, ökonomische Anreizsysteme für einen umweltschonenden Schiffsverkehr zu schaffen. Mit dem Thema “Entwicklung eines Modells für ein integratives und international einsetzbares Bonussystem Quality Shipping” hatten sich das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) und die Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (GAUSS), im Rahmen einer Studie befasst. Ausgangspunkt war die Frage, ob durch gestaffelte Rabatte, z.B. auf Hafengebühren, Reedereien für im Umweltschutz engagiertes Management, den Bau und die umweltschonende Ausstattung von Schiffen belohnt werden sollten und wie ein solches Modell auszugestalten wäre.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie war, dass Ermäßigungen von Hafengebühren, die zunächst als Träger der Kostenreduktionen vorgeschlagen waren, kein geeignetes Instrument für ökonomische Anreize liefern. Zum einen ist die Basis und damit die Höhe der Hafengebühren in unterschiedlichen Häfen oft nicht vergleichbar, so dass sich ein hafenübergreifendes einheitliches Vorgehen schwierig gestalten dürfte. Die Beteiligung vieler Häfen an einem gemeinsamen System wäre aber die Voraussetzung dafür, dass Investitionen der Schifffahrt in umweltschonende Maßnahmen in Management und Technik sich wirtschaftlich rechnen. Des weiteren müssten Mindereinnahmen für umweltschonende Schiffe durch eine allgemeine Erhöhung der Hafengebühren mit den entsprechenden Folgen beim Hafenwettbewerb aufgefangen werden. Außerdem sollte der Meeresumweltschutz als übergeordnete Aufgabe begriffen und nicht an die Häfen abgegeben werden.

Die Basis für ein effektives ökonomisches Anreizsystem sollte also nicht am Hafen ansetzen, so der Vorschlag, sondern direkt am Schiff, und zwar mit einem schiffsabhängigen Pauschalbetrag für Umweltschutz und Schiffssicherheit (Arbeitstitel: Marine Environmental Protection and Safety Dues, MEPS), der vor allem Kosten für die Vorsorge sowie die Bekämpfungs- und Eindämmungsmöglichkeit im Havarie- und Schadensfall beinhaltet. Die MEPS würde für umweltschonende und damit bonusberechtigte Schiffe keine zusätzlichen Kosten erzeugen.

Das System wäre um so erfolgreicher, je internationaler es in einheitlicher Form betrieben würde. Daher wurde von Bremer Seite eine Reihe von Anläufen gestartet, um das Thema international ins Gespräch zu bringen und gemeinsam ein effektives System von ökonomischen Anreizen aufstellen zu können.

Inzwischen hat das Thema, wenn auch unter verschiedenen anderen Bezeichnungen, internationales Interesse gefunden und wurde verschiedentlich Gegenstand von Studien. Insbesondere die Bekämpfung der Luftverunreinigung durch Schiffe steht z.Z. im Fokus.

Das „Quality Shipping“-System aus Bremen dagegen will das Problem umfassender aufnehmen: Statt die Bestrebungen ausschließlich auf die Luftverunreinigung durch Schiffe einzugrenzen, wurde der Ansatz nachhaltiger gewählt, indem eine umweltfreundlichere Schifffahrt mit einem ganzheitlichen Ansatz gefördert werden soll, d.h. alle umweltrelevanten Themenbereiche im Zusammenhang mit Schifffahrt werden berücksichtigt, um generell zu umweltschonenderen Schiffen zu kommen. Zu den in Bremen analysierten Themenbereichen gehören neben Reedereipolitik und –management sowie Besatzungsaspekten auch Schiffsentwurf, Schiffbau und -ausstattung (Materialauswahl, Einsatz sicherheitsverbessernder Techniken) besonders unterschiedlicheAnforderungen, z.B. bzgl. der Reduktion gasförmiger Emissionen aus Kälteanlagen (FCKW u.ä.), Schwefeloxidemissionen, Stickoxidemissionen, Ruß- und Partikelemissionen, feste Abfallstoffe, ölhaltige Rückstände aus dem Schiffsbetrieb, Schwarz- und Grauwasser, Antifouling und Ballastwasser.

Für das Konzept wurde im Jahr 2002 das Umweltzeichen “Blauer Engel für den umweltschonenden Schiffsbetrieb” freigegeben; das erste hiermit ausgezeichnete Schiff, MS Cellus der Reederei R.Braren, erhielt im Jahr 2004 für die Umsetzung den Clean Marine Award der EU.

Wichtig ist, dass für den Fall des Einsatzes eines ökonomischen Anreizsystems der Kriterienkatalog für umweltschonende Schifffahrt regelmäßig aktualisiert werden muss, da Fortschritte auf diesem Sektor den anspruchsvollen Standard nicht unterminieren dürfen. Neue technische Entwicklungen müssen entsprechend aufgegriffen und im Anreizsystem bewertet werden.

Unter dem Titel „Quality Shipping“ hat Bremen bereits umfangreiche Arbeiten anfertigen lassen. Neben der Studie von 2002 zu ökonomischen Anreizsysteme für einen umweltschonenden Schiffsverkehr wird auch der „Blaue Engel“ für Schiffsneubauten in Bremen entwickelt, so dass Bremen auch hinsichtlich anderer Bestrebungen um umweltschonenden Schiffsverkehr in Fachkreisen einen guten Ruf hat. Neben den theoretischen Vorarbeiten sind aktuell verschiedene Projekte mit Bremer Partnern relevant, u.a. wurde ein weiteres zu “Quality Shipping” mit GAUSS/ISL, drei zur Behandlung von Ballastwasser (GAUSS/MWB/AWI) und weitere zur Reduzierung von Hilfskessel-Emissionen (GAUSS/SAACKE), zu Emissionsmonitoring und -übermittlung per AIS (KOSAS und Seismess: GAUSS mit OHB und Orbcomm) durchgeführt. Weitere Projekte zur Reduktion von Hilfskesselemissionen (GAUSS, SAACKE und Energietechnik Bremen), Seismess II (GAUSS, OHB und Orbcomm), BalticMasterII, Green Ferries und EfficientSea sind in der Planung. Zunehmend gewinnen auch Projekte zu alternativen Schiffsantrieben an Bedeutung.”

Ein Trackback/Pingback

  1. […] viele Bremer Beispiele, so auch die „Quality Shipping“-Initiative zeigen, ist die Entwicklung vielfältig und ein Zusammenspiel vieler Partner. In […]

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