
…wie die Zeiten sich ändern. Da erklärt der Grüne (!) Bürgerschaftsabgeordnete Frank Willmann heute in der Bremerhavener NORDSEE-ZEITUNG, man warte ab, was der Gutachter vorlege. Erst dann werde man die Lage politisch bewerten. Die NZ zitiert ihn indirekt weiter: “Dabei ist er auch bereit, den See zu opfern, wenn sich herausstellen sollte, dass dort keine Flora und Fauna gedeihen, die unter Naturschutz gestellt werden müssen.”
Kurios ist das allemal: Der Weserportsee, der an den Autohafen angrenzt, ist unter Naturschutz gestellt. Neben dem Weserportsee gibt es in Bremerhaven nur noch ein weiteres Gebiet unter Naturschutz - nämlich den Düllhamm in Bremerhaven-Wulsdorf.
Für die SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft (Landtag) habe ich früh deutlich gemacht, dass ich den Weserportsee für erhaltens- und schützenswert halte. “Ich will das Naturschutzgebiet erhalten, auch wenn ich Hafenpolitiker bin.“ Zumal sich die objektiven Platzprobleme des Autoumschlag in Bremerhaven nicht mit dem Zuschütten des Weserportsees beheben lassen. Das ist in etwa so effektiv wie der Versuch, ein brennendes Haus mit einem einzigen Wassereimer löschen zu wollen. Nebenbei: Naturschutz ist für mich keine taktische Frage - wie offenbar für einzelne Grüne - sondern eine Grundsatzfrage.
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“Keine Klarheit an der Frösche-Front
Politik schweigt zum Arten-Gutachten am Weserportsee – CDU erwartet von Nagel Taten
Bremerhaven (mue). Wie viele Frösche hüpfen denn nun durchs Feuchtgebüsch am Weserportsee, wie viele schützenswerte Arten haben sich angesiedelt? Bis zum Frühjahr sollten Gutachter den Streit zwischen Naturschützern und Hafenwirtschaft entscheiden. Nun ist Juni, vom Gutachten ist nichts zu sehen. Obwohl es dem Vernehmen nach fertig sein soll. Es herrscht Schweigen. Vom Ressort für Wirtschaft und Häfen gibt es kein Wort. Michael Ortmanns, Sprecher von Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne), sagt: „Wir haben keine Kenntnis von dem Gutachten.“ Und die Hafengesellschaft Bremenports, die mit der Zählung der Arten beauftragt worden war, hält ebenfalls mit Informationen hinterm Berg.
Paul Bödeker, Fraktionschef der CDU in der Stadtverordnetenversammlung, ist ziemlich sauer: „Der Hafensenator drängt nicht, er fordert keine Entscheidung für die Hafenwirtschaft. Da kann sich doch der Umweltsenator schön zurücklehnen.“ Das kann er in der Tat. Der Weserportsee steht unter Naturschutz. Und geht es nach Loske, soll er das auch bleiben. Er will nicht dem Drängen der Hafenwirtschaft nachgeben, der – wie es Bödeker ausdrückt – der See „ein Stachel im Fleisch ist“. Im Hafen fehlen Flächen, und es wächst der Wunsch, den See zu zu kippen und als Parkfläche herzurichten.
Allerdings ist der See politisch ein schwer vermintes Gelände. Nicht nur Loske und – so zumindest der Stand vor neun Monaten – Hafensenator Ralf Nagel (SPD) stehen sich konträr im „Zielkonflikt“ gegenüber. Auch der SPDOrtsverein Lehe-Nord stellte sich schützend vor den See. Und der ehemalige Gesundheitsdezernent Wilfried Töpfer kündigte gar „entschiedenen Widerstand“ an gegen alle, die der Ökozone zu nahe kommen. Wohl deshalb wartete der SPD-Hafenpolitiker Martin Günthner erst gar nicht das Ergebnis der Zählung ab. Er verkündete bereits im Januar, es gebe keinen vernünftigen Grund, den See zu zu kippen. Grüne warten ab. Von diesem Dogma hält der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Frank Willmann gar nichts. „Wir warten ab, was der Gutachter vorlegt. Erst dann werden wir die Lage politisch bewerten“, sagt er. Dabei ist er auch bereit, den See zu opfern, wenn sich herausstellen sollte, dass dort keine Flora und Fauna gedeihen, die unter Naturschutz gestellt werden müssen. Die Arten-Analyse am Weserportsee nimmt laut Willmann nicht Bremenports selbst vor. Die Arbeit erledigen unabhängige Gutachter. Aber auch Willmann geht davon aus, dass das Gutachten nicht eindeutig ausfallen wird. Sehr wahrscheinlich wird es noch viel politisch zu bewerten geben. Und dann steckt die Politik wieder bei der Ausgangsfrage: Hat ein Naturschutzgebiet im Hafen Sinn?” (Quelle: NORDSEE-ZEITUNG)

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